Simprop Nautic Decoder

Zuletzt aktualisiert: Dienstag, 06. Februar 2018

Ein Modellbaukollege, der eine ältere Simprop Nautic Anlage besitzt, war auf der Suche nach Multiswitchdecodern für diese Anlage.

Der Sender selbst wurde damals wohl voll ausgebaut verkauft, d.h. es sind fünf Propkanäle (Funktion 1-5), vier 4-Kanal-Encoder (Funktion 6-9) und zwei 8-Kanal-Encoder (Funktion 10-11) verbaut. Über eine Programmierung der Anlage lassen sich die Funktionen 6-11, die einzelnen Multiswitch-Encoder, dann den Empfängerkanälen - ab Kanal 6 (inkl.) - zuordnen. Warum zu der Anlage standardmäßig aber wohl ein 10-Kanalempfänger verkauft wurde, erschließt sich mir allerdings nicht.

Da ich für einen anderen Modellbauer vor ein paar Jahren bereits mein Decoderprogramm auf das Übertragungsprotokoll für den 8er Simprop-Encoder abgeändert hatte, funktionierten die beiden 8er Multiswitchsysteme nach kurzer Zeit problemlos. Die 4er Encoder arbeiteten aber mit dieser Decoderversion nicht fehlerfrei.

Eine Diagnose mit einigen kleinen Hilfsprogrammen, welche die vom Empfänger ausgegebenen Impulslängen ausgeben, zeigte dann den Grund: Im Gegensatz zu einem 8 Kanal-Encoder, der identische Schalterpositionen unterschiedlicher Schalter mit der gleichen Impulslänge überträgt, wird beim 4 Kanal-Encoder für jeden geschalteten Schalter eine individuelle Impulslänge erzeugt. Allerdings gibt es hier, wie beim 8 Kanal-System, auch einen weiteren Impuls (Synchronisationsimpuls) der zyklisch zu den vier Schalterpositionen als fünfter Impuls übertragen wird. Während ein solcher Impuls beim 8-Kanal-System für die Zuordnung der einzelnen Schalterpositionen zu den Schaltern zwingend notwendig ist, wäre er durch die andere Codierung der Schalterpositionen beim 4-Kanal-System eigentlich nicht notwendig.

Zudem wird ein nicht-geschalteter Schalter mit der identischen Impulslänge wie dieser Impuls übertragen, d.h. falls kein Schalter geschaltet ist wird vom 4-Kanal-Encoder immer das gleiche Signal übertragen - im Gegensatz zu anderen Multiswitchsystemen (wie auch dem 8-Kanal-Encoder), deren Synchronisationsimpulse empfängerseitig auf jeden Fall zu einem rhythmischen Zucken eines angeschlossenen Servos führen und somit die Funktion eines Encoders leicht überprüft werden kann.

Nachdem das Übertragungsprotokoll analysiert war, war es nun keine Schwierigkeit mehr ein angepasstes Decoderprogramm zu erstellen. Da mein kleinster Decoder aber ein 8-Kanal-Decoder ist, habe ich mich dazu entschieden pro Schalter zwei Ausgänge zu aktivieren. Greift man diese Ausgänge parallel am Decoder ab, so kann entsprechend ein leistungsstärkerer Verbraucher versorgt werden, da der doppelte Strom zur Verfügung steht.

 

4 Kanal-System: Schalter S9-S12; 8 Kanal-System: Schalter S17-S20