Schalt- oder Prop-Kanal in Sendern im Eigenbau nachrüsten

Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 04. März 2015

Da immer wieder Fragen oder Probleme bei dieser Sendererweiterung gibt, möchte ich im Folgenden mal ein paar umfangreichere Informationen hierzu geben:

Bei moderneren Anlagen wird anlagenintern eine Spannung von 5V verwendet.

Achtung: Bei älteren Sendern, wie z.B. der Robbe-Promars ist es die volle Akkuspannung von ca. 12V.

Doch zurück zu den moderneren Sendern.

Diese Spannung (5V und 0V) liegt im Sender an den beiden äußeren Stiften der dreipoligen Stiftleisten eines Kanals an. Obwohl hier zumeist Servokabel verwendet werden, entspricht die Farbcodierung somit NICHT den Spannungspegeln wie man sie vom Empfängeranschluss kennt. Am mittleren Pin der dreipoligen Stiftleiste wird eine Spannungsvorgabe an die Anlage gemacht. Während mit ein Schalter auf diesen Pin somit lediglich Spannungspegel von 5V oder 0V angelegt werden können, kann mit einem Potentiometer jeder Spannungswert in diesem Bereich eingestellt werden. Da bei Drehen der aufgesteckten Buchse des Servokabels somit lediglich die Spannung getauscht wird, ergibt sich hierdurch die Servo-Revers Eigenschaft.

Liegt ein Pegel von 2,5V an, überträgt die Anlage den Neutralimpuls von 1,5ms. Bei einem solchen Impuls handelt es sich um ein PWM-Signal (pulsweitenmoduliertes Signal; ein Rechtecksignal, das empfängerseitig für eine bestimmte Zeit 5V und sonst 0V entspricht). Dieses Signal wird alle ca. 20ms auf die angeschlossene Elektronik ,z. B. einen Servo, gegeben. Liegt am Messpin des Senders ein Spannungswert von 2,5V an, so entspricht das einer Pulslänge (Zeit, die das Signal 5V ist) von 1,5 ms. Die definierten Minimal bzw. Maximal Impulslängen sind 1ms bis 2ms. In diesem Bereich legt der Servo seinen definierten Weg von z.B. 90° zurück.

Eine geringere oder höhere Spannung am senderseitigen Messpin eines Kanals führt zu kürzeren bzw. längeren Pulsweiten - hier gibt es Unterschiede zwischen den Anlagen. Bei der F14 (sieben oder acht Kanalversion) ergeben Spannungen am Messpin des Senders kleiner 2,5V ein kürzeres PWM-Signal (<1,5ms). Bei der FC16 verhält es sich umgekehrt. Hier ergeben kleine Spannungen am Messpin längere PWM-Signale (>1,5ms). An einem Kanal angeschlossene Multiswitch- oder Multipropsysteme, auf die ich hier nicht weiter eingehen möchte, müssen dem Rechnung tragen.

Damit bei einem senderseitig nicht beschalteten Kanal dieser Mess-Pin nicht unbeschaltet bleibt, gibt es anlagenintern noch zwei gleiche Widerstände von z. B. je 100 kOhm, die von diesem Pin Richtung 5V und 0V gehen (den genauen Widerstandswert habe ich nicht nachgemessen und er ist hier ggf. zu gering angenommen). Durch die gleichen Widerstände liegt am Mess-Pin die Hälfte der Spannung - also wiederum 2,5V an, so dass ein am Empfänger angeschlossener Servo auf Neutralposition läuft.


Nun entspricht eine Spannung von 0V oder 5V an diesem Pin aber nicht unbedingt einer 'genormten' minimalen bzw. maximalen Impulslänge des Empfängers von 1ms oder 2ms. Vielmehr ist dieser 'zulässige' Spannungsbereich wiederum anlagenabhängig. Während bei einer MC19 und MC20 eine Spannung von 0V bis 5V auf diesen Pin gegeben werden darf, wird bei der F14 eine Spannung von ca. 2V bis 3V erwartet..

Um einen Spannungswert von 5V, der z.B. durch den Schalter angelegt wird, nun in diesen Bereich zu bekommen, ist der Widerstand am mittleren Anschluss notwendig. Bei den 5V des Schalters liegt dieser Widerstand nun parallel mit dem intern verbauten Widerstand der Anlage, der ebenfalls gegen 5V geschaltet ist, so dass sich ein insgesamt kleinerer Gesamtwiderstand ergibt (bei einer Parallelschaltung von Widerständen ist der Gesamtwiderstand kleiner als der kleinste verwendete Widerstand). Der anlageninterne Widerstandswert gegen 0V bleibt natürlich gleich. Resultat ist eine Spannung am Pin von z. B. 3V (Spannungsteiler). Bei Schalten des Schalters gegen Masse ergeben sich entsprechend 2V (halt 'gespiegelt' an 2,5V).


Je nach Anlage kann hier ein anderer Widerstand zum Einsatz kommen. Bei der F14 habe ich mit 82kOhm gute Erfahrungen gemacht.

Verwendet man einen kleineren Widerstand, z.B. 10k, so ergibt sich bei maximaler Auslenkung des Senderpotis ein extremerer Bereich am Messpin - z. B. 1V bis 4V. Wird das ganze 1:1 übertragen entspricht das Impulslängen des Empfängers von evtl. 0,5ms bis 2,5ms. Ein angeschlossener 90° Servo legt dann also z.B. einen Weg von 180° zurück. Achtung: Hier kann der Servo auch in seinen mechanischen Anschlag gefahren bzw. beschädigt werden. Größere Widerstände führen entsprechend zu einer Beschränkung des Drehbereichs.

Bei der F14 ergeben Spannungen am Messpin des Senders kleiner 2,5V ein kürzeres PWM-Signal (<1,5ms). Bei der FC16 verhält es sich umgekehrt. Hier ergeben kleine Spannungen am Messpin längere PWM-Signale (>1,5ms). An einem Kanal angeschlossene Multiswitch- oder Multipropsysteme müssen dem halt Rechnung tragen.

Ist man sich unsicher, ob bei einer Anlage ein Widerstand am Eingang des Messpins verwendet werden muss, so sollte man idealerweise ein 100k Potentiometer in den Messeingang des Kanals - mittlerer Anschluss – schalten und den Widerstand so einstellen, dass der Servoweg seinen Wünschen entspricht. Hinterher kann man den eingestellten Wert ausmessen und durch einen Festwiderstand ersetzen.

Bei einem Prop-Kanal verhält es sich genauso – nur, dass mit einem Potentiometer unterschiedliche Spannungen zwischen 0V und 5V eingestellt werden können. Aber auch ein Potentiometer gibt nur eine Spannungsvorgabe an die Anlage. Der eigentliche Wert des Potentiometers (5k, 10k) ist egal, sollte aber trotzdem ungefähr in diesem Bereich liegen.

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