Forschungs-U-Boot DELTA

Zuletzt aktualisiert: Sonntag, 06. März 2016

Das alljährliche Pfingstzeltlager stand mal wieder an und die Kinder meinten wir müssten unbedingt auch ein Schiffsmodell haben (Argument: wir fahren doch mit einem Schiffsmodellbauverein weg!). Wir hatten zwar immer noch die gute alte Ente, aber die ist ja kein “richtiges“ Schiffsmodell.

Da ich schon seit Jahren kein “richtiges“ Schiffsmodell mehr gebaut hatte (Ausnahme Luftkissenboote) und bis Pfingsten nicht mehr so viel Zeit war, musste es ein Bausatz sein. Allerdings hat man als "alter" Modellbauer auch den Anspruch etwas Besonderes zu bauen und wenn möglich etwas, was es bisher im Verein noch nicht gibt. Nach dem Besuch der Inter-Modellbau in Dortmund fiel die Wahl auf die “DELTA“ der Firma “Modell-Uboot-Spezialisten“.
 
Die DELTA ist ein kleines Forschungs-U-Boot mit 2 Mann Besatzung und 360 m Einsatztauchtiefe. Das Original ist seit 1983 im Einsatz und hat seither stattliche 5.300 Tauchgänge absolviert. Damit ist es eines der meistbenutzten und effizientesten Tauchboote die es gibt.
 

Der Bausatz ist im Maßstab 1:8 ausgeführt. Damit ist das Modell 58 cm lang, 13 cm breit und ca. 4,5 kg schwer. Der große Maßstab erlaubt auch die Nachbildung kleiner Details, wie die Struktur der Schweißnähte, Decksbeläge und Schrauben. Eine Puppe im gleichen Maßstab wäre immerhin stattliche 22 cm groß.

Der Bausatz enthält eine Rohr, den Vorder- und Heckteil, den Turm, die Scheiben, die Laufblechen für das Deck sowie diverse Kleinteilen. Die Teile sind alle CNC gefräst und von hoher Qualität. Ebenfalls Bestandteil des Modells ist ein Plan und eine CD mit vielen Fotos des Originals, die beim Bau sehr hilfreich waren. Die Schrauben-Imitate für die Fenster muss man extra kaufen, genau wie den Beleuchtungssatz. Das RC Zubehör und die komplette Tauchanlage (Pumpe, Schläuche und Tauchtank) kann man auch bei Modell-Uboot-Spezialist Norbert Brüggen beziehen.

Der Bau selbst ist anspruchsvoll, aber für den geübten Modellbauer nicht weiter schwierig. Zu den einzelnen Bauabschnitten hätte ich mir eine bessere Beschreibung gewünscht. Kompensiert wurde dies Manko durch den direkten Kontakt mit Norbert Brüggen. Ich habe mehrmals mit ihm telefoniert oder habe ihm meine Probleme per e-Mail geschickt, wobei ich immer kurzfristig eine ausführliche Antwort bekam. Er sagte, dass dieses Manko bekannt sei und das er daran arbeitet.
 
 

An dieser Stelle möchte ich zwei Tipps los werden. Einmal möchte ich vor dem zusammenkleben des Tauchsacks mit Sekundenkleber, wie vorgesehen, dringend abraten. Ich habe dies dreimal gemacht. Da ich mit Ergebnis allerdings nie so richtig zufrieden war, habe ich mich entschlossen Kleber für Teichfolie zu kaufen. Damit geht es bedeutend einfacher und das Ergebnis ist deutlich besser. Allerdings ist der Kleber recht teuer und man braucht nur ein paar Tropfen.

Weiterhin haben sich die vorgesehene ABS-Halterungen für das Tiefenruder als zu instabil erwiesen. Sie sind mir mehrmals an der Klebestelle zum Rumpf abgebrochen, weshalb ich sie dann aus Platienenmaterial nachgebaut habe. Dadurch ist die Konstruktion nun so stabil, dass man das Boot daran hochheben kann.

Für den gesamten Bau habe ich etwa vier Wochen gebraucht, wobei ich die Wochenenden meistens von morgens bis tief in die Nacht gebastelt habe.

Nach Fertigstellung besteht das U-Boot aus zwei Teilen. Der vordere Teil ist der Rumpf mit dem Bugteil und dem Turm. Das Heckteil enthält den Motor und das Ruderservo. Die gesamte RC-Anlage inklusive Tauchpumpe ist auf einer Platte untergebracht, die in den Rumpf geschoben wird. Der Accu liegt unter dieser Platte, der Tauchtank liegt darüber. Rumpf und Heckteil werden mittels eines Bajonettverschlusses zusammen gesetzt. Wie bei U-Booten üblich, ist innen alles sehr eng.

Die Fahreigenschaften sind sehr gutmütig. Das Modell ist nicht schnell, reagiert aber gut auf das Ruder. Der statische Tauchvorgang könnte ein wenig schneller gehen. Ist das Boot jedoch im Schwebezustand, ist die Wirkung des Tiefenruders sehr gut. Die DELTA ist ein sehr schönes Modell, dass allein schon wegen der Farbe und dem großen Maßstab überall auffällt.

Als Sonderfunktion habe ich eine Videokamera in das Boot eingebaut. Grundlage war ein Video-Babyfon. Wegen der Dämpfung des Wassers bei 2,4GHz kann der Sender nicht im U-Boot angebracht werden. Daher musste der Sender zerlegt werden. Die Kamera ist im Turm des U-Bootes eingebaut und das Videosignal wird über ein Kabel (2m) zu einer Schwimmboje übertragen, in der der Sender ist. Die Boje ist aus Glasfaser und Epoxy und wurde aus einem Topf gezogen. Sie enthält neben dem Sender die Batterien für den Sender. Als Buchsen und Stecker für das Kabel zwischen U-Boot und Boje kommen kleine Koax-Buchsen und -Stecker zum Einsatz, welche wasserdicht verschraubt werden können. An dieser Stelle möchte ich mich noch mal bei einem  ex. Kollegen bedanken, der mir diese Stecker besorgt und auch sonst sehr geholfen hat.

                                                                                                                                                            Mai 2006

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